Redaktionelles

Der Weg des Friedens

Die Kriege der USA in Serbien, Afghanistan und zuletzt im Irak verliefen alle erfolgreich für die USA. Diktaturen stürzten und neue Freiheiten für die Bevölkerung folgten.

Die Frage stellt sich, warum gegen Gewalt und Krieg sein wenn doch dies hilfreiche Mittel zur Wahrung und Wiederherstellung von Frieden und Gerechtigkeit sind?

Liebe leben
Der Weg des Friedens ist keine Strategie, die vorgibt, effizienter gegen Bedrohung und Diktatoren zu sein. Friedenspraxis ist aber auch kein Verharren in Passivität und dem naiven Glauben an das Gute, das sich von allein durchsetzen wird.

Der Weg des Friedens ist der aktive Ausfluss einer Herzensqualität, die von Mitgefühl und Weisheit geprägt ist. Gewaltlosigkeit entsteht aus der Erkenntnis des Leidens, das in Feindseligkeit und Hass, in Trennung, Stolz und Ignoranz gegenüber anderen Menschen, anderen Wesen oder der Natur liegt.

Liebe, Freundschaft, Verstehen und Mitgefühl schenken uns selbst und unserer Umwelt Glück, lindern und heilen Leiden und entsprechen unserer wahren Natur, die nur einen Wunsch hat: Liebe zu leben! Jeder noch so gewalttätige Mensch trägt in sich diese Sehnsucht und leidet, wenn sie sich nicht erfüllen lässt.

Die Ursachen von Gewalt erkennen
Liebe zu leben steht keineswegs im Widerspruch zur Realität, in der es immer Leiden und Gewalt geben wird, egal wie sehr wie uns um Frieden und Harmonie bemühen mögen. Menschen, die den Weg des Friedens leben, sind HeilerInnen, sind die, die die tieferen Ursachen der Gewalt erkennen und mit diesen weise umzugehen wissen. Sie sind fähig und willens, die Spirale der Gewalt und Zerstörung zu stoppen. Ganz einfach deshalb, weil sie Gewalt nicht weitere Gewalt entgegensetzen.

Handeln für den Frieden
Das bedarf der Achtsamkeit auf alle unsere eigenen Handlungen und auch Achtsamkeit und Mitgefühl für unsere Mitmenschen und die Natur. Achtsamkeit und Mitgefühl sowie wirkliches Verstehen fliegt uns nicht einfach zu, sondern müssen bei den meisten von uns über lange Zeit erlernt und trainiert werden. Dieses Üben ist bereits der erste Schritt zu einem konkreten Beitrag zum Frieden und führt zu einer neuen Haltung. Aus einer solchen geänderten Sicht würden Staatenbünde und -krisen, ethnische und religiöse Konflikte, „Wirtschaftskriege" und kriegerische Auseinandersetzungen völlig neu und ganz anders bewertet. Aus dieser von Umsicht, wohlwollenden Absichten und wirklichen Verstehen getragenen Betrachtung kommen wir zu einem Handeln für den Frieden. Ja letztlich wird jede unsere Handlung, wie unbedeutend sie erscheinen mag, zu einem konkreten Beitrag für den Weltfrieden. Weltweit gibt es viele Menschen, Gruppen und Bewegungen, die sich, manchmal völlig unbemerkt von den Medien, für das Ende von Gewalt und Zerstörung in ihrer Umgebung einsetzen.

Gewalt beendet nicht Gewalt
Diese Menschen und Gruppen sind selten in Regierungen und Entscheidungsgremien zu finden. Die Friedenspraxis kann Gewalt nicht von dieser Welt verbannen und ist meist unterlegen gegenüber der Macht der Waffen. Dennoch ist sie der einzig wahre Weg der Liebe. Selbst wenn die Menschen hinter den Kanonen fest davon überzeugt sein mögen, aus Liebe zum Heimatland, aus Liebe für die Unterdrückten zu kämpfen, einen gerechten oder gar heiligen Krieg zu führen, es bleibt, dass Gewalt mit weiterer Gewalt beantwortet wird.

Krieg ist Ausdruck eines Scheiterns
Krieg ist Ausdruck eines Scheiterns! Das Scheitern des Handelns davor. Wer hat denn all die Diktatoren aufgebaut? Woher stammen die Waffen und wer lieferte die Ideologien? Viele Staaten nicht nur des Westens, gehen bewusst den Weg der Gewalt, lassen Korruption zu und üben Unterdrückung aus, wenn es ihren Interessen nutzt. Soziale und ethnische Spannungen entstehen nur deshalb, weil im Vorfeld nicht für soziale Gerechtigkeit und ausreichenden Wohlstand gesorgt wurde. Unterstützen nicht unsere Medien täglich die Bereitschaft Konflikte mit Gewalt zu lösen?

Unser globales Überleben ermöglichen
Der Weg des Friedens beginnt nicht erst im Konfliktfall, sondern ist eine umfassende Lebensform, die >>immer<< gültig ist und Methoden bietet, Konflikte vor gewalttätigen Auseinandersetzungen zu lösen. Angesicht des immer bedrohlicher werdenden Bevölkerungswachstums, der absehbaren globalen Naturkatastrophen, der wachsenden Armut vieler Regionen vielleicht der einzige Weg, der unser Überleben sichern kann.

Werner Heidenreich


zurück