| Redaktionelles |
|
Die BSE - Krise, eine Folge von Unwissenheit? In der öffentlichen Diskussion scheinen alle Probleme angeblich eine Folge mangelnden Wissens zu sein. Hätte man die Gefahren und Zusammenhänge früher gewusst, dann wäre es soweit nicht gekommen. Doch schauen wir genauer hin, dann ist die derzeitige Krise sowie unsere industrialisierte Nahrung überhaupt ein Folge großen Wissens. Ist es nicht eine geistige Leistung, Tierkadaver zu zermahlen und an Gras fressenden Rindern zu verfüttern! Was für eine organisatorische Leistung, das Tiermehl europaweit bis zum kleinsten Hof zu verteilen! Und wenn wir uns die schlauen und beredten Beiträge der Verantwortlichen anhören, dann kann man nicht von Unwissenheit sprechen. Im Gegenteil, es scheint, weil sie so schlau sind, sehen sie die Gefahren nicht. Das erinnert mich an einen Ausspruch über Unwissenheit und "Rechte Sicht" von Sogyal Rinpoche, aus einem "Rigpa-Rundbrief" von 1994: "Es kann keinen größeren Fehler geben, als zu denken, dass Unwissenheit irgendetwas Dumpfes oder Blödes sei, dass sie passiv sei oder ein Mangel an Intelligenz. Im Gegenteil. Sie ist gewieft und aalglatt, geschmeidig und genial im Spiel der Täuschung. In unseren Sichtweisen und glühenden Überzeugungen finden wir eine der tiefsten und, wie der Buddha sagte, gefährlichsten Manifestationen. ..... Falsche Sichtweisen und falsche Überzeugungen können die zerstörerischsten aller Verblendungen sein. Sicherlich waren Adolf Hitler und Pol Pot überzeugt, das Richtige zu tun. Genauso geht es uns allen. Auch wir haben genau dieselbe gefährliche Tendenz, Überzeugungen zu formen, daran zu glauben, ohne sie zu hinterfragen, und unter ihrem Einfluss dann zu handeln und so für uns und alle anderen um uns herum sehr viel Leiden zu schaffen." |